Jeppe I Glam

Der 13-jährige Jeppe Gammelby ist in ganz Dänemark aus der TV-Dokumentation „Dänemarks jüngste Dragqueen“ bekannt. Hier spricht er über seinen Traum, eines Tages mit seinem Alter Ego Roberta professionelle Dragqueen zu werden.

Seine Oma Birgit Thinggaard (78) hilft ihm dabei, seine glamourösen Outfits zu nähen.

„Dieses gemeinsame Projekt ist wirklich toll, denn unsere Beziehung ist hierdurch viel enger geworden, als sie früher war“, erzählt Birgit.

Jeppe fügt hinzu: „Ja, unsere Bindung wird auf jeden Fall stärker hierdurch. Das ist ja nicht unbedingt das, was ein 13-Jähriger sonst so mit seiner Oma macht.“

Jeppes erster Auftritt als Roberta bei einer Kabarettshow im Rahmen einer Fernsehdokumentation war der Auftakt für ihre ersten gemeinsamen Drag-Kostüme.

Solche Kostüme kann man nicht einfach im Laden kaufen. Deswegen griff Oma Birgit selbst zur Nadel. Sie näht seit ihrer Kindheit. Später hat sie auch einen Kurs in Schnittmusterkonstruktion besucht.

„Jeppe hat oft Ideen und ein bestimmtes Modell, das ihn inspiriert. Aus Erfahrung kann ich ihm dann sagen, ob ein bestimmter Stoff oder ein Schnitt möglich ist. Gemeinsam versuchen wir dann zu einem Entwurf zu finden, der uns beiden gefällt“, erzählt Birgit.

Jeppe hat gerade seine erste Nähmaschine bekommen und bereits ein paar eigene Projekte verwirklicht.

„Im Sommer habe ich beispielsweise ein Kleid in deutschem Mittelalterstil genäht. Nähen macht wirklich Spaß und ist eine tolle Freizeitaktivität“, erklärt Jeppe.

Jeppe lernt jetzt zwar selbst nähen, ist aber weiterhin sehr froh, dass seine Oma ihm hilft.

„Es ist so cool, dass Oma mir hilft. Denn sie kann echt alles. Da kann ich noch viel lernen. Wir ergänzen uns super – auch, weil wir ganz unterschiedliche Vorstellungen davon haben, welche Materialien und Outfits schön sind“, erzählt Jeppe.

Jeppe Og Mormor

Schon als Jeppe drei Jahre alt war, wünschte er sich ein Prinzessinnenkleid zum Geburtstag.

In der vierten Klasse ging Jeppe am Faschingsdienstag zum ersten Mal als Roberta in die Schule – sein Interesse für Drag nahm Fahrt auf.

Er erzählt, dass es vor allem cool war, sich in Roberta zu verwandeln, weil es Spaß macht, mit Geschlechtern zu spielen und einfach jemand ganz anderes zu sein. Aber auch ein anderer Aspekt ist wichtig.

„Es geht auch darum, wirklich schön sein zu können. Ich finde zwar schon, dass ich auch so gut aussehe. Als Roberta werde ich aber klassisch schön“, so Jeppe.

Und was ist Robertas Stil? Jeppe hat auch darauf eine klare Antwort:

 

„Das kommt natürlich auf die Situation an, aber Glitzer und Strass sind immer richtig. Außerdem mag ich unbedeckte Arme – am liebsten zu einer Hose“, erklärt Jeppe.

Er trägt seine Outfits einfach zu jedem Anlass: von Themenpartys in der Schule bis hin zu Auftritten in ganz Dänemark.

Jeppe ist zwar noch nicht alt genug ist, um an Wettbewerben teilzunehmen, genießt es aber, bei Shows aufzutreten. Seine Nummer ist Lippensynchronisation: Er imitiert die Lippenbewegungen verschiedener beliebter Songs und ihre Choreographien.

Birgit ist stolz auf Jeppe. Vor allem auch, weil er genau weiß, was er will, und einen anderen Weg als andere 13-Jährige geht.

„Man merkt wirklich, dass er sich großartig fühlt, wenn er sich verkleidet. Es gibt einen großen Unterschied zwischen Jeppe und Roberta“, erklärt Birgit.

Besonders stolz ist sie aber auf seinen Mut: dass er zeigt, wer er ist.

„Jeppe beweist seinen Freunden und seiner Familie gegenüber wirklich Mut. Denn er verbirgt nicht, dass es ihm Spaß macht, Make-up aufzulegen und sich zu verkleiden. Er geht in die Öffentlichkeit und sagt: Das bin ich“, stellt Birgit zum Schluss fest.

Hier kannst Du Dir ein Video mit Jeppe und Birgit ansehen.

https://umbraco.selfmade.com/media/rkvfeooy/generationer_mormor_og_jeppe.jpg?ud=kHaFK6Gq2gg