Tipps zum Nähen von Cord und Samt

Cord und Samt fühlen sich einfach gut an. Weich, warm und mit einer Oberfläche, die Deinem Nähprojekt eine besondere Ausstrahlung verleiht. Aber seien wir ehrlich: Sie können auch etwas anspruchsvoll sein.

Wir bewahren Dich vor unnötigem Frust

In diesem Guide zeigen wir Dir die wichtigsten Tipps, damit Du typische Anfängerfehler vermeidest. So kannst Du Deine Energie in das Schönste stecken: etwas zu nähen, das Du wirklich gern trägst.

Amanda Leimand Michelsen, Designerin
Amanda Leimand Michelsen, Designerin

Hol Dir Tipps vom Profi zum Nähen von Cord und Samt

Amanda ist ausgebildete Designerin und hat an der TEKO sowie an der Amsterdam Fashion Academy studiert. Sie bringt viele Jahre Erfahrung in Konstruktion und Modedesign mit.

Im Video teilt sie ihr Fachwissen und zeigt Dir Schritt für Schritt, wie Du Cord und Samt nähst und worauf Du von Anfang an besonders achten solltest. Du kannst die Tipps weiter unten auch in Ruhe auf Deutsch nachlesen.

„Cord und Samt sind nicht schwierig. Er möchte nur mit etwas Respekt behandelt werden. Ich hoffe, dieser Guide hilft Dir gut weiter.“ – Amanda

#1

Lege alle Schnittteile in dieselbe Richtung

Wenn Du mit Cord oder Samt nähst, arbeitest Du mit einem Stoff mit Flor. Das bedeutet, dass die Fasern in eine bestimmte Richtung verlaufen. Je nachdem, wie der Stoff liegt, verändert sich dadurch Farbe und Glanz.

Achte darauf, dass alle Schnittteile gleich ausgerichtet sind. Sonst können einzelne Partien heller oder dunkler wirken. Eine einheitliche Richtung sorgt für ein ruhiges und stimmiges Gesamtbild.

#2

Wähle die richtige Rippenbreite für Dein Projekt

Die sogenannten „Wales“ sind die typischen Längsrippen bei Cord. Die Zahl gibt an, wie viele Rippen auf einen Inch, also 2,54 cm, kommen. Sie hilft Dir dabei, die passende Cord-Qualität für Dein Vorhaben zu finden.

Eine niedrige Zahl, zum Beispiel 8 Wales, bedeutet breite Rippen und einen kräftigeren Stoff. Das passt gut für Jacken, Hosen oder auch Wohnprojekte.

Eine hohe Zahl, etwa 21 Wales, steht für feine, schmale Rippen. Der Stoff wirkt weicher und geschmeidiger und eignet sich besonders für Kleider, Hemden oder Kinderkleidung.

#3

Verwende eine neue Universalnadel

Cord und Samt bestehen aus vielen dicht liegenden Fasern. Verwende deshalb eine Nadel, die sauber durch den Stoff gleitet, ohne die Oberfläche zu beschädigen oder Fäden herauszuziehen.

Eine Universalnadel ist hier meist die beste Wahl. Stärke 80 eignet sich für feinere Qualitäten, 90 oder 100 für kräftigeren Cord oder mehrere Stofflagen.

Wechsle die Nadel regelmäßig. Eine stumpfe Nadel kann die Fasern auseinanderdrücken und ein ungleichmäßiges Stichbild verursachen.

#4

Verwende eine aufnähbare Einlage statt einer bügelbaren

Cord und Samt reagieren empfindlich auf starken Druck. Wird der Flor plattgedrückt, lässt er sich nur schwer wieder schön aufrichten.

Greife deshalb lieber zu einer aufnähbaren Einlage statt zu einer, die aufgebügelt wird. So vermeidest Du unnötige Hitze und erhältst die weiche Oberfläche des Stoffes.

#5

Nähe mit einem Teflon-Nähfuß

Cord und Samt erzeugen Reibung. Die Stofflagen können dadurch aneinander haften und sich schwer gleichmäßig führen lassen.

Ein Teflon-Nähfuß lässt den Stoff leichter unter der Maschine gleiten und sorgt für ein sauberes, gleichmäßiges Stichbild.

#6

Nähe Steppnähte in Florrichtung

Die Richtung spielt eine große Rolle, wenn Du Steppnähte in Cord oder Samt nähst. Nähst Du gegen den Flor, bleibt der Faden an den Fasern hängen und die Naht wirkt schnell unruhig.

Nähe deshalb immer in Florrichtung. So legen sich die Fasern sauber an und Du erhältst klare Linien mit einem professionellen Finish.

#7

Wähle im Zweifel das dunklere Nähgarn

Cord und Samt reflektieren Licht ungleichmäßig. Dadurch fallen Steppnähte stärker auf, als man zunächst denkt.

Wenn Du zwischen einem helleren und einem dunkleren Garn schwankst, entscheide Dich für das dunklere. Es fügt sich harmonischer in den Stoff ein und wirkt insgesamt ruhiger.

#8

Schütze den Flor beim Bügeln mit einem Handtuch

Cord und Samt können schnell flach wirken, wenn Du direkt mit dem Bügeleisen darauf drückst.

Lege deshalb ein Handtuch unter oder über die Stoffseite mit Flor. Es schützt die Fasern und lässt den Dampf durch, ohne die Oberfläche plattzudrücken.

#9

Wasche auf links und lasse Dein Projekt an der Luft trocknen

Wasche Dein fertiges Stück auf links, um Fusselbildung und Abnutzung auf der Oberfläche zu reduzieren.

Lufttrocknen hilft, die Form zu erhalten. Hat der Flor etwas an Volumen verloren, kann Dampf die Fasern wieder aufrichten.

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