Kennst Du das? Du hast Dir Wolle und Anleitung für Dein nächstes Projekt gekauft und möchtest sofort loslegen! Du liest Dir die Anleitung durch, in der wie üblich die Maschenprobe erwähnt wird. Etwas langweilig zu stricken und verlockend zu ignorieren - das wird schon passen...

 

Unser Tipp: Nicht überspringen!

 

Die Maschenprobe ist entscheidend für Dein Strickprojekt, damit Du die gewünschte Passform und Größe erhältst. Niemand strickt gleich – manche stricken locker, andere fester und das Garn verhält sich anders. Selbst wenn der Strickdesigner eine bestimmte Nadelstärke und Wollqualität empfiehlt, ist nicht garantiert, dass Du das gleiche Strickbild erhältst.

 

Eine Maschenprobe gibt auf 10 x 10 cm die Anzahl der Maschen an.

 

Dein Strickbild hängt von drei Dingen ab:

  • Dicke der Wolle

  • Nadelstärke

  • Verwendete Stricktechnik

 

Beispiel für eine Maschenprobe in einer Anleitung:
22 Maschen x 30 Reihen = 10 cm x 10 cm glatt rechts auf Nadeln 3 mm.

 

Multipliziere die angegebenen Maschen mit 1,2 (aufrunden), in diesem Fall 27 Maschen, um eine etwa 12 cm breite Maschenprobe zu erhalten. Verwende die gleiche Nadelstärke wie in der Anleitung angegeben, hier bspw. 3mm.

 

Stricke Deine Maschenprobe, in dem Muster, wie in der Anleitung angegben. In diesem Fall wird glatt rechts gestrickt - die Maschenprobe wird aber immer in dem Muster des Projekts gestrickt, daher könnte es genauso gut ein Zopfmuster oder ein Strukturmuster sein.

 

Arbeite immer mehr Reihen als angegeben, auch hier kannst Du die angegebenen Reihen mit 1,2 multiplizieren und aufrunden, um eine etwa 12 x 12 cm große Maschenprobe zu erhalten. Kette alle Maschen ab.

 

Messe nun die 10 x 10 cm in der Mitte Deiner Strickprobe und vergleiche sie mit den Angaben in der Anleitung. Du kannst ein Lineal, ein Maßband oder ein Strickmaß verwenden.

 

 

Warum mehr Maschen anschlagen?

Die zusätzlichen Maschen sollten angeschlagen werden, da sich die äußeren Maschen anders verhalten als die inneren - sie können lockerer oder fester sein und das würde sich auf Deine Maschenprobe auswirken.

 

 

Sollte die Strickprobe gewaschen werden?

Wenn in Deiner Anleitung das Waschen ( und ggf. das spannen) der Maschenprobe angegeben ist, solltest Du dies unbedingt tun, bevor Du misst. Gestricktes kann beim Waschen wachsen - oder auch schrumpfen -, dass wirkt sich auf das Endergebnis aus.

 

Zu viele Maschen auf 10 cm

Wenn Du zu viele Maschen bei Deiner Strickprobe hast, versuche es zunächst mit einer größeren Nadelstärke - um die einzelnen Maschen zu vergrößern.

 

Falls eine größere Nadelstärke das Problem nicht löst, versuche es mit einer dickeren Wollqualität oder nutzt zusätzlich zur eigentlichen Wolle einen Faden Mohair oder ähnliches.

 

 

Zu wenige Maschen auf 10 cm

Wenn Du zu wenige Maschen bei Deiner Strickprobe hast, versuche es zunächst mit einer kleineren Nadelstärke - um die einzelnen Maschen zu verkleinern. 

 

Falls eine kleinere Nadelstärke das Problem nicht löst, versuche es mit einer dünneren Wolle.

 

  • Verwende das angegebenen Garn - oder finde eine geeignete Alternative.
  • Mehr Maschen anschlagen als in der Anleitung angegeben.
  • Stricke mehr Reihen, als in der Anleitung angegeben.
  • Verwende die gleiche Stricknadel, die Du auch für das Projekt nutzen wirst.
  • Mach Dir keine Gedanken darüber, ob Du fest oder locker strickst. Stricke entspannt und wie immer, denn genauso wirst Du Dein ganzes Projekt stricken.
  • Stricke in der gleichen Technik, in der der größte Teil des Projekts gestrickt wird - es gibt zum Beispiel einen großen Unterschied zwischen Struktur-, Patent-, Rippen- oder Glattstrick.
  • Strickprobe waschen! Vermeide es Deine Maschenprobe zu spannen, wenn Du es auch nicht bei dem fertigen Strickstück machst.
  • Lass Deine Strickstücke immer flach trocknen, damit sie sich nicht verziehen oder ausleiern.
  • Zu viele Maschen = eine halbe bis ganze Nadelstärke größer wählen
  • Zu wenige Maschen = eine halbe bis ganze Nadelstärke kleiner wählen

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